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Ab sofort bestellbar!
© Melanie KliemtSabine Schäfer (Herausgeberin)
Mitten ins Herz
Ein Projekt der besonderen Art
MS Faces and Words
ISBN-13: 978-3-8423-7609-0
16,99 €
Vor uns liegen nun diese Geschichten, geschrieben von 22 mutigen Helden, die sich getraut haben, über sich hinaus zu wachsen.
Uns alle verbindet in irgendeiner Weise diese unberechenbare Erkrankung, - Multiple Sklerose. Eine Erkrankung, die Vielen heute nicht mehr so gestattet zu leben, wie sie es sich erträumt und erhofft haben. Eine Erkrankung, die den eigenen Körper so sehr entfremdet, dass rein gar nichts mehr so erscheint, wie es vorher einmal war. Eine Erkrankung, die für einen Gesunden kaum nachvollziehbar ist, weil sie selbst für uns Betroffene so schwierig zu erklären ist und bleibt. Nichts mehr scheint berechenbar, nichts mehr bleibt planbar und ihr Verlauf ist weder vorhersehbar noch wahrscheinlich.
Spannende, lustige, berührende, traurige, interessante Sichtweisen, hervorgegangen aus Mitgliedern einer Facebookgruppe. Menschen, die ihrer Krankheit ein Gesicht geben. Ein Ges(ch)ichtsbuch von Betroffenen für Betroffene und Nicht-Betroffene. Ein Blick hinter die Fassaden, der einzigartiger nicht sein könnte.
Auch als E-Book erhältlich und in Großbritannien, USA und Kanada!
Neue Projekte, neue Bücher:


1.
Die Triologie "Nervensägen" hat für mich mit dem dritten Teil "Nervensägen III Ein langer Weg" ein Ende gefunden. Als neues Buchprojekt schreibe ich nun an einem Medizinthriller mit dem Projektnamen "Synapse". Wie bereits gewohnt, werden sich auch darin ebenfalls Erlebtes und Erfahrenes aus meinem Leben wiederfinden, dennoch wird es diesmal in keinerlei Hinsicht ein autobiographisches Buch werden, sonder ein spannender Thriller, der sich um Pharmaindustrie, Ärtze und Patienten drehen wird.
Ein kleiner Ausschnitt:
Helen erwachte aus einer ihrer schlechten Nächte und schlug langsam und ein wenig gequält ihre Augen auf. Sie blinzelte dem Licht entgegen, dass durch die halbgeschlossenen Rolladen auf ihr Kopfkissen schien und reckte sich kaum merkbar. Sie schloss nie die Rolladenschlitze ganz, da sie Frischluft liebte und das Fenster in der Nacht bei ihr immer schräg stehen musste. Durch die geöffneten Lider konnte sie so auch die Wetterlage des neuen Tages erahnen und sie macht sich ein Spiel daraus, ob der erste Eindruck am Morgen auch der richtige war. Oft vergingen Stunden, bis sie die Rolladen endlich öffnen sollte und so verwandelte sich zwischenzeitlich manch düster eingeschätzter Regentag in einen freundlichen, sonnigen oder eben umgekehrt. Oft lag sie jedoch richtig mit ihrer Wetterprognose und freute sich innerlich sehr, wenn sie bereits am Morgen ihren ersten kleinen Sieg errungen hatte. Helen vermisste das Gefühl, ausgeschlafen und frisch einen neuen Tag zu beginnen, ihr Morgen war beschwerlich und wurde dominiert von einem täglichen wiederkehrenden und durchaus unangenehmen Gefühl. Sie fühlte sich wie gerädert und kam nur schwer aus dem Schlaf. Hin und wieder fielen ihr die Augen wieder zu und so dämmerte sie noch ein zwei Stunden vor sich hin. Die große Herausforderung stand ihr noch bevor. Irgendwann musste sie aufstehen und sich waschen, sich frische Kleidung anziehen und in den Tag kommen. Sie musste. Helen starte an diesem Morgen eine Weile an die Decke und betrachtete den Bettgalgen, der links über ihr hing. Die stabile Stange kam direkt aus dem elektrisch verstellbaren Bettrahmen und war an ihrem Ende mit einer Art Triangel ausgestattet. In der Nacht sah diese Aufstehhilfe im grünlichen Schein des Radioweckers tatsächlich aus wie ein Galgen und sie hatte sich bereits mehrmals bei diesem nächtlichen Anblick erschrocken. Nur einen kurzen Schreckmoment lang schauderte sie, dann versank sie meist wieder in einen traumlosen Schlaf. Am Tage jedoch und besonders am Morgen liebte sie dieses schmucklose Teil sehr, denn es ermöglichte ihr, sich selbst aus dem Bett heraus aufzurichten und damit auch irgendwann einmal neben dem Bett zum Stehen zu kommen. Aber bis dahin hatte sie noch zu tun. Sie begann gewissenhaft mit dem morgendlichen Test, der Klarheit über ihren Zustand für den neuen Tag geben sollte. Helen testete bei diesem Check zunächst ihre Gliedmaßen nach der von ihr selbst festgelegten Reihenfolge. Erst die rechte Hand, dann die linke, die Arme wurden nacheinander gehoben und wieder abgesenkt, die Ellenbogen geknickt und wieder gestreckt, die Füße aneinander gerieben, auf und nieder gewippt und die Beine bewegt. Das alles lief sehr langsam ab und nur in ihren Möglichkeiten, aber sie testete gewissenhafter, als ein TÜV-Prüfer einen 78er Opel Manta unter die Lupe genommen hätte. Erst, wenn sie sich sicher war, dass sich gegenüber dem letzten Morgencheck nicht Wesentliches verändert hatte, entspannte sie sich und ihr Atem wurde ruhiger. Gleich danach fühlte sie ihre Gesichtshälften ab und rieb sich anschließend schläfrig die Augen.
Helen war eine genügsame Frau und lebte auch demnach ein genügsames Leben. Sie bewohnte seit fünf Jahren eine Zweizimmerwohnung im Erdgeschoss in einem etwas herunter-gekommenen Viertel von Duisburg. Die Wohnung war zwar klein, aber von ihr durchaus nett und gemütlich eingerichtet worden. Helen hatte einen Hang zum Dekorieren und so konnte sie mit wenig Mitteln Blickfänge schaffen, die ihren Räumlichkeiten einen ganz besonderen Charme gaben. Helen war zwar im landläufigen Sinne etwas einfältig, aber einen Mangel an Einfällen konnte man ihr nicht unterstellen. Sie lebte seit fünf Jahren allein. Immer noch begriff sie nicht, was der Grund war für ihr Alleinsein. So gab es Stunden oder sogar ganze Tage, an denen sie stoisch überlegte und nur durch die untergehende Sonne daran erinnert wurde, dass nun Zeit wäre, den Abend einzuläuten. An diesen Tagen vergaß sie alles um sich herum und zog mit ihren Erinnerungen ganz weit weg von ihrer immer noch deutlich spürbaren und schmerzhaften Einsamkeit.........................................
Man darf gespannt sein!
2.
Ebenso arbeite ich momentan für verschiedene Betroffene als eine Art "Ghostwriter". Es gibt einen großen Bedarf an Erkrankten, die sich den Traum vom eigenen Buch erfüllen wollen. Ich bekomme ihre Geschichten geschickt, schreibe sie etwas um und verfasse für sie, als Herausgeber, ihre Geschichten. Viele Menschen haben eine tiefe Sehnsucht, ihre Erlebnisse zu Papier zu bringen, können es jedoch nicht so, wie sie es gerne hätten. Oft bestehen auch Sprachprobleme oder sie können die Tastatur durch die Erkrankung nicht mehr benutzen. Manchmal bekomme ich auch Gesprochenes geschickt und schreibe es dann für diese Menschen auf. Ich gebe ihnen dabei Rat und Unterstützung auf dem Weg zur Verwirklichung ihres Buchprojektes.
Über diese Projekte werde ich weiter berichten und informieren.
